Ukraine, Krebs und Kinder: 2 Jahre Arbeit im Vollzeitkriegsmodus

Am 22. Februar 2024 fand im Gebäude der österreichischen Umweltschutzorganisation Global 2000 in Wien eine Pressekonferenz im Rahmen des Programms “Kinder von Tschernobyl” statt. Das Hauptziel der Veranstaltung war es, die Aufmerksamkeit der österreichischen Bürger auf den seit 10 Jahren andauernden Krieg in der Ukraine zu lenken und Unterstützung für ukrainische Kinder zu mobilisieren.

Neben Journalisten nationaler und lokaler Zeitungen waren politische und gesellschaftliche Persönlichkeiten aus Österreich und der Ukraine sowie eine Flüchtlingsfamilie anwesend. Die Pressekonferenz begann mit dem Klang eines Alarms, um alle Anwesenden auf den alarmierenden Zustand der Gefahr aufmerksam zu machen, mit dem die Ukrainer täglich konfrontiert sind.

“Obwohl wir uns an die schrecklichen Umstände eines vollwertigen Krieges angepasst haben und versuchen, so vielen Kindern wie möglich zu helfen, bleibt die Gefahr für uns und unsere Schützlinge bestehen. Ukrainische Städte werden täglich bombardiert und beschossen, es gibt viele Tote und Verletzte unter der Zivilbevölkerung. Kinder leiden besonders stark – ihnen wurde die Kindheit genommen, glückliche Familien und Gesundheit”, erzählt Julia Konotopzeva, Direktorin der Stiftung “Global2000 für ukrainische Kinder”.

Die ständigen Kampfhandlungen haben direkte Auswirkungen auf das Niveau der kindlichen Onkologie. Marina Kutscherenko, Leiterin des städtischen Kinderkrankenhauses Nr. 16 in Charkiw, nahm online aus Charkiw an der Veranstaltung teil und berichtete über die Folgen des Krieges für die Gesundheit der Kinder in der Region.

“Heute ist der Gesundheitszustand der Kinder in der Ukraine äußerst schwerwiegend. Die Prognose der Experten für das Wachstum der Onkologie in der Ukraine beträgt etwa 10-15%. Faktoren wie das Vorhandensein von toxischen Verbrennungsprodukten in der Luft nach Beschüssen, schwere Metalle im Wasser und Boden, die durch das Versprühen von Raketenbrennstoff, das Verbrennen und den Zerfall von Materialien, aus denen Munition hergestellt wird, entstanden sind, sowie der chronische Stress durch den Krieg, all das beeinflusst den Gesundheitszustand von Erwachsenen und Kindern”, teilt Marina Kutscherenko mit.

Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 unterstützt Kinder und Jugendliche in der Ukraine seit fast drei Jahrzehnten.

“Seit dem Beginn des vollwertigen Krieges vor zwei Jahren haben wir ein katastrophales Verschlechterung der humanitären Situation in der Ukraine erlebt. Daher ist es für uns äußerst wichtig, dass die Zusammenarbeit zwischen der Stadt Wien und GLOBAL 2000 in konkreten Projekten vor Ort fortgesetzt und verstärkt wird. Wir konzentrieren uns auf Einrichtungen, die Vertriebene aufnehmen und unterstützen. Offensichtlich wird nach dem hoffentlich baldigen Ende der Kampfhandlungen die Frage der Wasseraufbereitung eine hohe Priorität haben”, sagt Jürgen Chernogorski, Berater für Umweltfragen und Klima der Stadt Wien.

Um möglichst vielen Kindern und Jugendlichen eine Auszeit vom Krieg zu ermöglichen, organisiert GLOBAL 2000 jedes Jahr dreiwöchige Erholungsurlaube für Kinder in Österreich. Die Stadt Ibb am Donau ist seit 1996 ein zuverlässiger Partner.

“Nachdem wir aufgrund der COVID-19-Pandemie und dann des vollwertigen Krieges zunächst keine Erholungsaufenthalte durchführen konnten, waren wir im letzten Jahr sehr froh, sie wieder aufnehmen zu können! Die Natur und Herzlichkeit der Einwohner garantieren eine schöne Zeit voller Abenteuer, Erholung und Freundschaft. Deshalb ist es jetzt besonders wichtig, dass die Kinder wenigstens für drei Wochen etwas von ihren Sorgen und Ängsten abschalten können und sich in Österreich sicher fühlen können”, betont der Vizebürgermeister von Ibb am Donau, Dominik Schlater.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch eine Fotoausstellung “Der Geist des Krieges” des ukrainischen Fotografen Vladimir Oksamitny präsentiert, die aktuelle Kriegsfotos aus der Ukraine zeigt und den Bewohnern von Wien einen Einblick in die Realität der Ukrainer ermöglicht.

“Ich bin dem gesamten Team von Global sehr dankbar für die hochwertige Organisation der Veranstaltung sowie allen anwesenden Personen auf dieser Pressekonferenz für die Aufmerksamkeit auf das wichtige Thema – das Leben von Kindern während des Krieges. Unsere Schützlinge werden ständig von den gewöhnlichen Einwohnern Österreichs unterstützt, wir verneigen uns vor jedem!”, fasst Julia Konotopzeva zusammen.

Foto: Ilya Mitin und Valeriia Chernyuk